Kuhseminare auf der Bio Ranch

Dem Wesen der Kuh begegnen

Wittstock. Ich liege im Gras und atme ruhig. Um mich herum Weite und Stille. Nur zu hören ein Fliegensummen, ein Lerchengetriller hoch in der Luft. Und gleichmäßig rupfende Geräusche. Ab und zu: ein Muh. So fühlt sich eine Kuh wohl: in der Weite, im Grünen und in der Herde.
Die Kuh - ein Herdenwesen. Wie alle Tiere präsent in jedem Augenblick ohne Hintergedanken. Wenn sich die Herde in Bewegung setzt, geht sie mit. Sie geht, wohin sie schaut. Klappt sie ihre Ohren hoch, hat sie ein Sichtfeld von 270°. Sie ist sehr achtsam und hat doch wenig Geduld. In der Herde gibt es verschiedene Charaktertypen: neugierige Kundschafterinnen, nervöse Aktivistinnen, gemütliche Phlegmatikerinnen und natürlich: die gelassene wie zielorientierte Leitkuh. Es gibt Kuhfreundschaften und jede hat in der Herde ihren Platz. Platz in einer Rangordnung. Diese wird durchaus täglich neu geklärt – sei es in Kräftemessen mit gesenkten Köpfen oder mit fast unsichtbaren Signalen. Auch die Kälber üben das schon spielerisch in ihrem Bewegungsdrang. Die Rangordnung sichert das Überleben der Herde und ist in der Kuhbeziehung vor allem eins: wertfrei und ohne Urteil.
Die Klarheit, Wertfreiheit und spürbare Übereinstimmung vom Innen und Außen der Kühe ist für Menschen in der Regel eine beeindruckende Erfahrung. Mehr noch: sie hilft uns, in der Kommunikation mit anderen und mit uns selbst bewusster und stimmiger zu werden.
Im Kuhseminar lernen die Teilnehmerinnen und Teilnehmer zunächst etwas über die Kuhsprache – nonverbal versteht sich. Basiswissen 3D: Vor-zurück, links-rechts, oben-unten. Es geht um die eigene Position und Bewegung in Bezug zur Kuh – und was dies mit uns und der Kuh macht. Dann geht es um die richtige Entfernung: Nähe und Distanz. Drei Zonen unterscheiden wir theoretisch - praktisch fließen sie ineinander und überlagern sich: Die Fernzone, die mittlere Zone und die Nahzone. Jede Zone hat ihre vorherrschende „Sprache“ und Bedeutung. In der Fernzone ist das Thema Aufmerksamkeit und Respekt. In der mittleren Zone ist Klarheit und Wahrheit im eigenen Selbstausdruck gefragt. In der Nahzone geht es um Einfühlen und Entscheidung.
Auf der Weide zeigt sich schnell, in welcher Zone die Teilnehmerinnen und Teilnehmer gut geübt oder ein Naturtalent sind und wo ihre Wahrnehmung „blinde“ Flecken aufweist. Früher oder später entsteht in der Herde oder bei einzelnen Tieren ein Spiegelbild des menschlichen Auftretens. Das Herdenwesen gibt dem inneren Wesen des Menschen unmittelbar Feedback. Die Kühe fordern uns auf, unserem inneren Wesen einen authentischen Ausdruck zu geben. Insofern ermutigen sie den Menschen zur Selbst-Bewusst-Werdung.
Im Laufe des Tages geht es immer wieder um: Zeichen lesen, sich einspüren, einfühlen, ein klares Bild aufsteigen lassen, einen stimmigen Impuls geben und innere Freude empfinden an der gelungenen Kommunikation. Ausatmen. Lächeln. Entspannung. Nach getaner Arbeit zeigt sich eine neue Herdenordnung und Ruhe. Mensch wie Tier haben eine Aufgabe mit- und füreinander vollbracht.
Kommunikation mit Kühen ist vordergründig Körpersprache im dreidimensionalen Raum. Schrittweise werden Wahrnehmung und Signale immer feiner. Das Bauchgehirn wird aktiviert, die Intuition gestärkt und der feinstoffliche Energiekörper wahrnehmbar. Auf der Suche nach dem Einklang von Seele und Persönlichkeit, der Überein-Stimmung der inneren Stimme mit dem äußeren Selbstausdruck, ist es die Einfachheit der Kuh, die uns zum Wesentlichen führt.

Von Swantje Schäkel

Dem Wesen Kuh begegnen – und das Wesen des eigenen Selbst erleben

Kuhseminare auf der Bio Ranch Zempow

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